{"id":1483,"date":"2013-10-24T11:54:38","date_gmt":"2013-10-24T09:54:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oehakbild.info\/?p=1483"},"modified":"2021-04-08T14:23:45","modified_gmt":"2021-04-08T12:23:45","slug":"wir-fordern-die-sofortige-beendigung-der-zusammenarbeit-des-oesterreichischen-bundestheaterverbands-mit-g4s","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.oehakbild.info\/en\/2013\/10\/wir-fordern-die-sofortige-beendigung-der-zusammenarbeit-des-oesterreichischen-bundestheaterverbands-mit-g4s\/","title":{"rendered":"Wir fordern die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit des \u00d6sterreichischen Bundestheaterverbands mit G4S"},"content":{"rendered":"<p>Hochsch\u00fcler_innenschaft Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien, IG Kultur Wien sowie IG Bildende Kunst zu G4S, Burgtheater, Bundestheater und Abschiebungen<br \/>\nhttp:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20131024_OTS0037\/wir-fordern-die-sofortige-beendigung-der-zusammenarbeit-des-oesterreichischen-bundestheaterverbands-mit-g4s<br \/>\n24. Okt. 2013, 09:31<\/p>\n<p>Wir fordern die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit des \u00d6sterreichischen Bundestheaterverbands mit G4S<br \/>\nUtl.: Hochsch\u00fcler_innenschaft Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien, IG Kultur Wien sowie IG Bildende Kunst zu G4S, Burgtheater, Bundestheater und Abschiebungen<\/p>\n<p>Rund zwei Wochen nach der Intervention des Billeteurs Christian Diaz vom Wiener Burgtheaters zu dessen 125-Jahre-Feierlichkeiten l\u00e4sst eine \u00f6ffentliche Stellungnahme der Bundestheater immer noch auf sich warten.  Das Dienstverh\u00e4ltnis mit dem \u00fcber das umstrittene Unternehmen G4S &#8222;zugemieten&#8220; Mitarbeiter wurde inzwischen beendet. Zudem fehlt eine klare Positionierung einer der bekanntesten B\u00fchnen des Landes zu dem in Abschiebungen und Menschenrechtsverletzungen involvierten Security-Unternehmen G4S.<br \/>\nIn den bisherigen Interviews und kurzen Statements wurde in keinster Weise auf die nunmehr prek\u00e4re Situation (Anm.: Quelle?) des Billeteurs eingegangen. Von einem kritischen Theater wie dem Burgtheater w\u00e4re jedoch zu erwarten, dass unzureichende \u00f6konomische Verh\u00e4ltnisse thematisiert und ohne b\u00fcrokratischen Aufwand  beseitigt werden. <\/p>\n<p>Iver Ohm, Vorstandsmitglied der IG Kultur Wien dazu ausf\u00fchrend: &#8222;Herr Diaz hat nicht nur auf das weitverbreitete Problem der zunehmenden Prekarisierung von Lohnarbeit mittels globaler neoliberaler Profitmaximierungsstrategien sowie auf die Scheinheiligkeit der \u00f6rtlichen Kulturinstitutionen in Bezug auf diese Tendenzen hingewiesen, sondern auch den Zusammenhang dieser Problematiken mit rassistischen und diskriminierenden Alltagspraktiken in Europa thematisiert.&#8220;<\/p>\n<p>Willi Hejda von der \u00d6H der Akademie der bildenden K\u00fcnste dazu weiter: &#8222;Zivilgesellschaftliches Engagement darf nicht im Verlust von Erwerbsarbeit enden. Der mutige Schritt des Billeteurs muss vielmehr praktisch unterst\u00fctzt werden. Das Burgtheater muss hier seine Verantwortung als moralische Instanz wahrnehmen.&#8220;<\/p>\n<p>Nicht nur das Burgtheater ist aufgefordert, zu Fakten wie der unl\u00e4ngst bekannt gewordenen Verwaltung und Betreuung von G4S an einem Abschiebegef\u00e4ngnis in Vordernberg in der Steiermark Schl\u00fcsse zu ziehen und die Zusammenarbeit mit G4S aufzuk\u00fcndigen.<br \/>\nWie sich diese Ausrichtung der globalen t\u00e4tigen Sicherheitsfirma mit dem Auftrag der Bundestheater und Museen, Kunst- und Kultur zu vermitteln, verbinden l\u00e4sst, bleibt unbeantwortet. In England ist ein Verfahren gegen G4S anh\u00e4ngig, weil G4S-Securitys bei einer Abschiebung so aggressiv vorgingen, dass eine Person dabei erstickte.<\/p>\n<p>Ricarda Denzer, Vorsitzende der IG Bildende Kunst:&#8220;H\u00e4lt es das Burgtheater etwa f\u00fcr erstrebenswert, sich als G4S-Auftraggeber in eine Reihe mit Einrichtungen wie Abschiebegef\u00e4ngnissen oder Atomkraftwerken zu stellen? Ist es verteidigenswert, wenn Arbeitnehmer_innen bei einem Unternehmen besch\u00e4ftigt sind, das weltweit f\u00fcr die Nichteinhaltung von arbeits- und sozialrechtlichen Standards bekannt ist?&#8220;<\/p>\n<p>Unklar ist weiterhin, wie genau die zuk\u00fcnftige Kooperation des Bundes mit G4S hinsichtlich dem Abschiebegef\u00e4ngnis Vordernberg aussieht. Die Vertr\u00e4ge zwischen Innenministerium und G4S \u00fcber den 68 Millionen Euro Deal bleiben geheim. Suspekt dabei ist auch, dass der fr\u00fchere Innenminister Ernst Strasser (\u00d6VP) im Aufsichtsrat der Firma sa\u00df und dass Matthias Wechner, der \u00d6sterreichchef von G4S, zuvor Mitglied im Kabinett von Innen- und Verteidigungsminister G\u00fcnther Platter (\u00d6VP) t\u00e4tig war. Dies alles weist auf eine &#8222;gelegte Rutsche&#8220; der ehemaligen schwarz-blauen Regierung f\u00fcr das Projekt hin. Der Bauort f\u00fcr das &#8222;Schubhaftzentrum&#8220; befindet sich dar\u00fcber hinaus in einer extrem abgelegenen und von Abwanderung gekennzeichneten Region. Gezielt soll so offenbar ein Austausch mit der lokalen Bev\u00f6lkerung, eine Kontrolle unabh\u00e4ngiger NGOs sowie der Kontakt zu einem m\u00f6glichen Rechtsbeistand unterbunden werden.<\/p>\n<p>Ohm, Hejda und Dezer abschlie\u00dfend: &#8222;Wir schlie\u00dfen uns dem Traum von Christian Diaz an: &#8218;Wir tr\u00e4umen von einem Theater, das sich gegen die Abschiebung von Menschen wendet, die in anderen Teilen der Welt unterbezahlt und in Elend die Produkte unseres Wohlstands herstellen.'&#8220;<\/p>\n<p>R\u00fcckfragehinweis:<br \/>\noehvorsitz@akbild.ac.at<br \/>\nT +43 (1) 588 16-3300<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochsch\u00fcler_innenschaft Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien, IG Kultur Wien sowie IG Bildende Kunst zu G4S, Burgtheater, Bundestheater und Abschiebungen http:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20131024_OTS0037\/wir-fordern-die-sofortige-beendigung-der-zusammenarbeit-des-oesterreichischen-bundestheaterverbands-mit-g4s 24. 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